Mainzer Wissenschaftsstiftung
 

Juni 2018:

Förderzusage für die III. Medizinische Klinik & Poliklinik für Hämatologie, Internistische Onkologie & Pneumologie - Dr. Thomas Kindler und sein Projekt zur 

Entwicklung innovativer Therapiestrategien der akuten myeloischen Leukämie – Blockade von DNA-Reparatur Signalwegen in Kombination der Hemmung der antiapoptotischen Resistenz:

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist eine klonale Erkrankung der hämatopoetischen Stammzelle (HSC). Im Rahmen der Leukämieentstehung kommt es durch den sequentiellen Erwerb genetischer Veränderungen zu unkontrolliertem Wachstum unreifer Vorläuferzellen (Blasten) und einer  gestörten Ausreifung. Interessanterweise kommt es gerade durch das beschleunigte Wachstum der Tumorzelle zu einem vermehrten Auftreten von DNA-Schäden. Mit jeder Zellteilung muss das komplette Erbgut kopiert und an die Tochterzelle weitergegeben werden. Sind nun die einzelnen Phasen des Zellteilung (Zellzyklus) durch veränderte Wachstumssignale verkürzt, bleibt der Zelle weniger Zeit diese DNA-Schäden zu reparieren (replikativer Stress). In  gesunden Zellen würde dies zu Einleitung von Apoptose, den selbst-induzierten Zelltod, führen, um somit eine fehlerhafte Weitergabe des Erbguts zu verhindern. In Tumorzellen wird diese häufig durch die vermehrte Bildung von sogenannten antiapoptotischen Proteinen verhindert. Die  Zellen können also trotz vermehrter DNA-Schäden überleben (genetische Instabilität) und weiter unkontrolliert wachsen.Hypothese: Eine interessante  Überlegung ist, die Leukämiezelle nicht in Ihrem Wachstum zu hemmen (wie z.B. durch gängige Zytostatika oder Rezeptortyrosinkinasehemmer), sondern eine durch verkürzte Zellzyklusphasen induzierte genetische Instabilität mittels gezielter Manipulation von DNA-Reparaturwegen zu verstärken und den Zellen gleichzeitig Ihren Schutzmechanismus durch Hemmung von Antiapoptosesignalwegen zu nehmen. Mit diese Konzept würde gezielt eine definierte Schwachstellen leukämischer Blasten als therapeutische Zielstruktur genutzt werden.

Wir freuen uns, Herrn Dr. Kindler und sein Team mit 12.500 EUR bei der Überprüfung der Hypothese zu unterstützen. Die Förderung erfolgt hierbei aus der Dr. Erich Neuy und Margrit Howe-Neuy Stiftung heraus.

Viel Erfolg!