Mainzer Wissenschaftsstiftung
 


August 2019:

Förderung einer der Nachwuchswissenschaftsgruppe zum Thema Biorecycling von PET mittels modifizierter Grünaglgen - TU Kaiserslautern:

Einweg-Kunststoffe werden zu einem Problem von globalem Ausmaß. Nach dem Gebrauch werden die Produkte entsorgt und nur 9% recycelt. Der Rest wird deponiert, verbrannt oder ins Meer geworfen.

Kunststoffe sind wegen ihres geringen Gewichts, ihrer Stabilität und ihrer günstigen Produktionskosten sehr beliebt. Durch ihre chemische Stabilität werden sie allerdings zu einer Bedrohung für unsere Ökosysteme. So wird beispielsweise eine Kunststoffflasche etwa 500 Jahre brauchen, um sich zu zersetzen. Herkömmliche Recyclingmethoden sind unzureichend, da hohe Drücke und Temperaturen erforderlich sind, Anfälligkeiten für Verunreinigungen bestehen und der Zugang zu Mikroplastik nicht möglich ist.

Obwohl das Thema nicht neu ist, ist es immer noch sehr aktuell, denn es wurde noch keine nachhaltige Lösung gefunden. Um einen biologischen Abbau von PET zu realisieren, haben wir die Gene für Plastik abbauende Enzyme in eine Grünalge transferiert, die nur von Licht und CO2 abhängig ist. Die Algen wachsen in einem Bioreaktor, um perfekte Wachstumsbedingungen zu sicherzustellen.Die beiden Abbauprodukte, Ethylenglykol und Terephthalsäure (TPA), werden aufgereinigt und für ein Recycling von hochwertigem neuen PET genutzt. Ein biologisches, PET-spezifisches Recycling erlaubt es uns, den für unser tägliches Leben unverzichtbar gewordenen Kunststoff verantwortungsvoll zu verwenden und unseren Planeten dennoch sauber zu halten. 

Mehr Informationen auf der Homepage des Teams.

Mit ihren Ergebnissen nimmt die Forschungsgruppe an einem internationalen Forschungswettbewerb des MIT in Boston teil. Wir freuen uns, dieses Projekt mit 7.500,00 EUR zu unterstützen und damit auch einen kleinen Beitrag zur Lösungsfindung des "Kunststoffproblems" zu leisten

Juni 2019:

Erhebung zur Analyse und Verbesserung der Versorgungsqualität von im Krankenhaus sterbenden Krebspatienten - Förderung für Herrn Prof. Weber - Universitätsmedizin Mainz:

Dank des medizinischen Fortschrittes sterben heute viele Menschen im höheren Lebensalter, viele nach längerer Krankheit. Dem demographischen Wandel geschuldet werden in den nächsten Jahrzehnten in Deutschland wie in anderen westlichen Industrienationen mehr Menschen sterben („Babyboomer“), viele aus gutem Grund im Krankenhaus.

Das ERANet-LAC CODE-Projekt umfasst die Untersuchung der Versorgungsqualität von Patientinnen und Patienten mit Krebs, die im Krankenhaus versterben. Die Ergebnisse werden direkt genutzt für konkrete Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung. Für die Erhebung in 7 Ländern wurden Hinterbliebene mithilfe des psychometrisch validierten ICODE-Fragebogens (International Care Of the Dying Evaluation) befragt.

Ziel des hier vorgestellten Projektes ist die Analyse von Inhalt und Kontext der Freitexte, die Angehörige zu den Fragen des ICODE-Fragebogens ergänzt haben. Welches konkretes Verbesserungspotential wird hierdurch erkennbar? Bei der Analyse kommt ein Mixed-Methods-Verfahren zur Anwendung, bei dem sich qualitative Methoden, die häufig in der Soziologie oder Psychologie zur Anwendung kommen, und statistische Methoden ergänzen. 

Wir freuen uns, nicht nur zur medizinischen Forschung beizutragen, sondern auch einen Beitrag für die Behandlung der Patienten zu leisten. Wir freuen uns auf die Ergebnisse des Teams um Prof. Weber und wünschen Ihnen viel Erfolg.

April 2019:

Förderung des Botanischen Gartens und der Grünen Schule der Johannes Gutenberg Universität in Mainz:

Nr. 1 - Vielfaltsgarten:

Durch die Kultur bedrohter Arten und die Erläuterung ihres Stellenwertes versucht der Garten einen Beitrag zum Schutz dieser Arten und Lebensräume zu leisten. Die Bewusstseinsbildung zur Bedeutung der biologischen Vielfalt ist daher ein wichtiges Ziel des Gartens. In der Grünen Schule des Botanischen Gartens nehmen jährlich etwa 2.500 Kinder und Jugendliche an Bildungsangeboten teil. 

Die Etablierung eines neuen Themengartens zur Verwendung heimischer Pflanzenarten soll als Vorbild für Privatgärten dienen und kann einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Strategie der Biologischen Vielfalt leisten. Die Bepflanzung und Pflege erfolgt durch die Teilnehmer der Grünen Schule. 

Hier kann eng an das weitere Projekt - den Schutz von gefährdeten Wildpflanzen in Deutschland - angeknüpft werden.

Nr. 2 - Saatgutbank Rheinland-Pfalz

Die Grüne Schule und der Botanische Garten der Johannes Gutenberg Universität beteiligen sich seit Juli 2018 an einem bundesweiten Verbundprojekt zum Schutz gefährdeter Wildpflanzenarten in Deutschland. Ziel des Projektes ist es, geeignete Schutzmaßnahmen für eine vom BfN erstelle Liste vom 92 Pflanzenarten zu etablieren, für deren Erhaltung Deutschland eine besondere Verantwortung zukommt. Von diesen Verantwortungsarten soll bundesweit Saatgut gesammelt und in Saatgutbanken eingelagert werden.

Dieses Engagement ist eine wichtige Ergänzung zu den Aufgaben, die der Botanische Garten im Bereich der universitären Forschung, Lehre und Bildung wahrnimmt.

Die Mittel der Mainzer Wissenschaftsstiftung werden in diesem Zusammenhang für den Bau einer Klimakammer eingesetzt, um das Saatgut qualitativ hochwertig trocknen und erhalten zu können.

Wir freuen uns, die Arbeit des Botanischen Gartens über einen Zeitraum von zwei Jahren mit einem Betrag von insgesamt 40.000 EUR zu unterstützen.

Homepage Botanischer Garten

Januar 2019:

Förderung der Erforschung individueller Krebstherapien an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz:

Jährlich erkranken in Deutschland ca. 500.000 Menschen an Krebs, ca. 220.000 versterben pro Jahr an Ihrem Tumorleiden. Krebs ist mit 25% die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Erfreulicherweise konnten in den letzten Jahren enorme Fortschritte in der Behandlung von Tumorerkrankungen erzielt werden. Insbesondere auf dem Gebiet der Tumorimmunologie konnten neue Therapieverfahren in die klinische Praxis eingeführt werden, welche das Überleben von Krebspatienten signifikant verlängert. Leider sprechen aber nicht alle Patienten gleichermaßen auf Tumorimmuntherapien an. Im Rahmen dieses Projektes wollen wir daher prüfen, ob bestimmte Patienten- und/oder Tumormerkmale ein Ansprechen vorhersagen können. Gleichzeitig wollen wir untersuchen, was die Gründe des Nicht-Ansprechens von manchen Patienten sind.

Hierfür wollen wir bei Patienten, welche mit einer Immuntherapie behandelt werden, das Tumorgenom sowie die Zellzusammensetzung im Tumor untersuchen. Bei Patienten, welche nicht auf die Therapie ansprechen bzw. welche einen Rückfall erleiden, werden diese Untersuchungen wiederholt und die Daten mit den Ergebnissen der Erstuntersuchung verglichen. Gleichzeitig wollen wir zum Zeitpunkt des Rückfalls das Ansprechen von Tumorzellen auf neue Therapieansätze prüfen, um somit Patienten eine weitere Therapieoption anbieten zu können. 

Die Dr. Erich Neuy und Margrit Howe-Neuy Stiftung und die Mainzer Wissenschaftsstiftung unterstützen das Projekt für zwei Jahre mit 20.000 Euro pro Jahr und drücken fest die Daumen für den Erfolg!